Liebe Freunde der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Fußball Nationalmannschaft. Ich bin schon ganz nervös. Viel Zeit bleibt ja nicht mehr, bis es gegen Argentinien geht. In den vergangenen Tagen hatte ich mir schon einige Gedanken gemacht, in welcher Form ich das Großereignis würdigen könnte. Edeka hat ja Uwe Seeler ins Rennen geschickt, Rewe powert mit Prinz Poldi.
Bei einer Fahrt durchs Ruhrgebiet ist mir der Gedanke gekommen, doch etwas über die Deutschland-Fahne zu schreiben. Fast scheint es so, als wehe sie an jedem vierten Auto. Mal links, mal rechts. Mal beidseitig. Als Multikultiland gibt es auch Mischformen: links Italien, rechts Deutschland. Gestern habe ich sogar Argentinien rechts und Deutschland links gesehen. Das dürfte morgen eine aufregende Familienfeier werden.
Meine Vermutung war ja, dass die Steckfahne derzeit der Top-Artikel schlechthin ist. Aber weder Nielsen noch GfK oder ein anderer schlauer Marktforscher konnte meine These mit Zahlen untermauern.
Dass da einiges flattert, ist aber offensichtlich. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen bestätigte mir gegenüber, dass allein bis zur Vorrunde der Europameisterschaft 2008 rund 6000 Fahnen am Fahrbahnrand gelandet sind. Ob sich daraus eine Hochrechnung für 2010 machen oder gar ermitteln lässt, wie viel Fahnen insgesamt von Discountern, Supermärkten oder Tankstellen verkauft wurden, vermag ich nicht zu sagen. Ein Sprecher vom Düsseldorfer Polizeipräsidium meinte etwas belustigt, er persönlich registriere mehr überfahrene Igel als herrenlose Flaggen. Ich glaube, der Mann hat nicht recht.
Ob die Fahne der Nonfood-Artikel der Saison ist, weiß ich also nicht. Das Preisspektrum und wohl auch die Qualitäten sind weit gespannt. Der Flagge machen andere Fan-Artikel Konkurrenz, die Mensch und fahrbaren Untersatz schmücken – wie beispielsweise die in vielen Landesfarben erhältliche Außenspiegelflagge.
Der Nonfood-Importeur Xtreme ließ mich allerdings wissen, dass die Plastik-Posaune Vuvuzela derzeit wie warme Semmeln weggeht. Die Original-”Vuvuzela”, für die Xtrem die Vertriebsrechte nicht nur für Deutschland besitze, sei natürlich nicht nur in Deutschlandfarben, sondern auch passend zu Firmen-CIs erhältlich. Tolle Idee. Besonders als Einlagetool verwendbar, wenn der Geschäftsführerkollege im Meeting wieder zu viel labert.
Die Produktion der dreiteiligen Tröte finde in Deutschland statt, genauer gesagt mit einer Tagesproduktion von bis zu 60 000 Stück im pfälzischen Bad Kreuznach. Umweltfreundlich und TÜV/GS geprüft und – man höre und staune – Ohren schützend auf 120 Dezibel gedrosselt. Ich glaube, selbst dieser Wert ist auf Dauer der Gesundheit nicht zuträglich.
So Freunde. Ich muss jetzt los. Wenn ich keine Vuvuzela mehr finden sollte, krame ich meine alte Deutschland-Flagge von 2006 aus dem Keller aus. Das wird schon ausreichen, um die Jungs am Kap zu unterstützen.