Urlaubsgrüße aus Neckarsulm
Von LattmannEs gibt Menschen, die nutzen gerne den Urlaub, um die kulinarischen Köstlichkeiten des Gastlandes zu entdecken. Doch zu viel exotische Kost ist den bekanntermaßen reiselustigen Deutschen oft auch nicht geheuer. Deshalb will Lidl auf den kanarischen Inseln den deutschen Kunden ein Stück Heimat zurückgeben. „Fühlen Sie sich wie Zuhause“ – heißt es dort in der dortigen Ausgabe der Bild-Zeitung. Ein Gefühl heimatlicher Wärme sollen im sonnigen Süden die 12 Lidl-Märkte vermitteln. Und dort gibt es alles, was unsere Landsleute im Urlaub schmerzlich vermissen könnten. Daher werden nicht etwa spanische Tapas, Gazpacho oder Rioja beworben. Stattdessen gibt es Oldenhäuser Bockwurst, Rollmöpse und Roggenvollkornbrot. Als Alternative zum Serrano Schinken präsentiert Lidl den preisgünstigen Schwarzwälder Schinken. Der Neckarsulmer Discounter gibt zudem noch ein ungewöhnliches Service-Versprechen ab, nämlich Beratung in deutscher Sprache. Schnell und einfach seine „Urlaubsfiliale finden“ kann man übrigens unter: www.lidl.de/cps/rde/xchg/lidl_de/hs.xsl/11638.htm
Aldi kann auch anders
Von LattmannSie kennen das vielleicht, verehrte Leser: Wer wie ich eine tiefe Leidenschaft für den Handel empfindet, dem fällt es schwer, auch mal abzuschalten. Schließlich läuft unsere Branche dem aufmerksamen Beobachter ja ständig über den Weg, egal, wo man gerade ist und was man dort treibt! Das geht auch manch einem Kollegen von der LZ nicht anders, wie ich jetzt wieder zu meiner Beruhigung feststellen konnte. Verwundert rieb sich einer der Redakteure die Augen, als er vor zwei Wochen während seines Sommerurlaubs in Amsterdam eine Filiale von Aldi Nord vor den Sucher seiner Kamera bekam. Im Admiraal de Ruijterweg unweit des Zentrums residiert der Discount-Primus in einem ansehnlichen Altbau aus dem 19. Jahrhundert mit großzügigen Bogenfernstern. Empfangen wird der preisbewusste Kunde übrigens von Aloys Senefelder, dem Erfinder der Lithografie, dessen Statue den Eingang ziert, weil hier einmal eine Fabrik zur Herstellung dieser Druckmaschinen seinen Sitz hatte. Ist das etwa eine neue Filialgeneration, die Aldi Nord da in unserem Nachbarland klammheimlich ausprobiert? Schluss mit den spartanischen Klinkerbauten, für die Ästhetik ein Fremdwort ist – stattdessen inspirierendes Niedrigpreis-Shopping im historischen Ambiente!! Sie werden es schon ahnen: dem ist natürlich nicht so. Denn drinnen ist auch in der niederländischen Metropole alles beim alten: Schwimmbad-Fliesen auf dem Boden, nüchterne Neonröhren an der Decke und die Ware gestapelt auf Paletten. Bei diesem Anblick macht sich dann auch in Amsterdam gleich ein vertrautes Gefühl von Heimat breit.
Wegweisend
Von LattmannDer Weg zur Frische ist keineswegs immer eine Einbahnstraße. Ich finde, eine schöne Umsetzung des Themas mit Parkplatzverschönerungsmaßnahme in einem E-Center in Lindau am Bodensee.
Einmann-Flashmob am Telefonhörer
Von LattmannIm Internet lauert weiß Gott viel Stuss und Schund. Doch wer Augen und Ohren aufsperrt, entdeckt dort immer wieder auch kleine Nuggets. Als ich kürzlich mal wieder aufs Geradewohl bei Youtube herumbummelte, sprang mir das Feldzeichen des Branchenprimus Edeka ins Auge. Mit einem Doppelklick aufs vertraute blaue E vor gelbem Grund habe ich mein Surfbrett bei
http://www.videosurf.com/video/lustige-edeka-telefonverarsche-d-156152289?vlt=ffext
hochkant gestellt. Ausnahmsweise gibt’s hier kein Video zu gucken, dafür aber was Akustisches mit gutem Schmunzelfaktor: Per Telefon scheint da nämlich ein Schelm mit dem Team eines Marktkauf-Hauses Schabernack zu treiben. Kaum nimmt die Empfangsdame ab, macht ein in rheinischem Singsang parlierender Herr „Troppelmann“ sich ans Werk: Er rufe „wegen die Mülltrennung“ an. Da laufe im Haus, wie eine gründliche Inspektion der Tonnen vor Ort – samt der dort nicht hineingehörenden Geschäftskorrespondenz – bewiesen habe, ja so manches schief! Schlimmen Frevel an einer „Din-A-5-Landesabfallverordnung“ will der Schlemihl protokolliert haben. Und appelliert obendrein hinterlistig ans CSR-Ehrgefühl: Ob das Handelshaus, denn überhaupt willens sei, „unseren Kindern eine saubere Umwelt“ zu übergeben?
Nicht schlecht, der Specht! Mülltrennung heischt in Deutschland immer Aufmerksamkeit, ja Respekt. Jeder will hierzulande SAUBER, aber kein SAUBÄR sein. Also schubst die freundliche, aber doch beeindruckte Marktkauf-Rezeptionistin den nassforschen Tonnen-Kiebitz erstmal in eine Warteschleife. Troppelmann freilich lässt sich dadurch nicht austricksen. Geduldig auf Verkäuferinnen-Ebene vorstoßend, knöpft er sich dort Marktkauf-Mitarbeiterin Diestelkämper vor. Die müht sich redlich, aber vergebens, die penetrante Quasselstrippe zu beschwichtigen, geschweige denn abzuwimmeln. Mülltrennung, ächzt sie schließlich, sei Sache des Marktleiters. Der komme, beteuert die wackere, aber zunehmend entnervte Handelsfrau, jedoch erst am Montag wieder rein.
Aufmerksamen Zuhörern dämmert irgendwann, was hier abgeht bzw. warum der amüsante Disput zwischen dem auf die reine Müll-Lehre pochenden Telefon-Taliban und den wacker auf Customer Care bedachten Handelsleuten sich im Kreis dreht: Die Marktkaufler merken nicht, dass sie am Telefon keineswegs mit einem Querulanten aus Fleisch und Blut ringen: Bei der Troppelmann-Attacke handelt es sich offenbar um ein raffiniert aus sich wiederholenden Passagen komponiertes – Tonband!
Also aufgepasst, werte Blog-Gemeinde, wenn es demnächst auch bei Ihnen schellt. Lassen Sie Troppelmann erst gar nicht an Ihrem mülltrennerischen Bürger- Manager- oder Unternehmerstolz kratzen. Lattmanns Rat: Am besten, Sie kontern denjenigen, der Sie da – von wegen „Din-A-5-Verordnung“ – aufs Glatteis führen und dann auf Youtube blamieren souverän aus. Womit? Na, mit Ihren in langen Jahren erworbenen Detailkenntnissen in Sachen Kreislaufwirtschaftsgesetz und Verpackungsverordnung natürlich!
Goldbären in der Arktis
Von LattmannIrgendwie kann man sich eine Haribo-Werbung ohne Thomas Gottschalk gar nicht mehr vorstellen. Doch beim aktuellen Goldbären-Spot möchte man den Entertainer am liebsten zu Nachhilfe in Erdkunde verdonnern.
Wie kommt’s?
Nun, der Thomas erklärt, dass es ja 6 Goldbären-Geschmacksrichtungen wie auch 6 Kontinente gibt. Die heißen zum Beispiel “Apfelropa”, “Erdbeerasien” oder “Zitromerika”. Dazu werden auf einem Globus die jeweiligen aus Gummibären bestehenden Kontinente gezeigt. Zum Schluss kommt bei ihm “Himbeerarktis” an die Reihe und Herr Gottschalk frickelt dazu am Nordpol unseres blauen Planeten herum und pickt sich einen Goldbären vom Globus. Gut, der Mann kann die Arktis finden, das ist immerhin etwas. Aber: Wie wir alle spätestens in der 3. Klasse gelernt haben, ist die Arktis gar kein Kontinent, sondern ein gefrorenes Meer, das von verschiedenen Landmassen umgeben ist, die da sind: Apfelropa, Zitromerika und Erdbeeasien.
Ein Kontinent ist hingegen die Bananantarktis, die sich bekanntermaßen eher im Süden unseres Planeten aufhält, leider aber keine Geschmacksrichtung eines Goldbären darstellt.
Ich werde leider nicht darum herum kommen, Herrn Gottschalk der Pisa-Polizei zu melden…
Rewe vereitelt Beutezug
Von LattmannDass Rewe jeden Tag ein bisschen besser werden will, das ist ja hinlänglich bekannt. Aber ist sie wirklich so gut, wie sie es verspricht? Im Rewe-Prospekt heißt es verlockend: “Nimm mehr! Zahl weniger!”
Drei 0,75l-Flaschen Pomp Secco für nur 5,99 Euro, 1 Liter für 2,66 – Was für ein Spottpreis für dieses herrliche Gesöff aus der Landkellerei Höhl, bei dem der Apfelwein statt mit schnödem Wasser mit Riesling-Sekt “gespritzt” ist. Der Artikel gehört gewöhnlich nicht auf meinen Einkaufszettel. Doch auch ich bin nur ein Mensch. Bei diesem Angebot wird mein Beuteinstinkt geweckt. Da muss man einfach zuschlagen.
Aber ich schaue nochmal genauer hin. Denn Rewe lobt an gleicher Stelle nur einen Preisvorteil von 14 Prozent aus. Da passt doch etwas nicht zusammen, denke ich bei mir. Kostet Pomp Secco denn nun etwa doch nur einfach 1 Euro pro Flasche weniger, wenn ich gleich drei kaufe? Doch der ausgewiesene Literpreis von 2,66 Euro deutet auf eine andere Rechnung hin und verspricht eben den absoluten Clou.
Siegessicher schnappe ich mir im Rewe-Markt Walluf im Rheingau gleich sechs Pomp-Flaschen. Den Preis habe ich schon im Kopf: Müsste 11,98 Euro kosten - zweimal 5,99 für je drei Flaschen).
Doch Pustekuchen! Auf dem Kassendisplay leuchten 35,94 Euro auf.
Ich zücke meinen Rewe-Prospekt und tippe auf das Aktionsversprechen. Da stehe doch etwas von einem Literpreis von 2,66 Euro. Während die irritierte Kassiererin ihre Kollegen konsultiert, sammelt sich hinter mir eine Schlange ungeduldiger Kunden.
Am Ende muss ich eine Niederlage einstecken, denn der Filialleiter zieht den Knock-out-Joker: “Für Druckfehler übernehmen wir keine Haftung”, das stehe so schließlich auch im Prospekt. Na sowas!
Okay, sage ich, dann kaufe ich nur eine Flasche. “Die kostet dann aber 6,99″, fordert die Rewe-Mitarbeiterin. Als sie meinen irritierten Gesichtsausdruck sieht, kapituliert sie doch noch. Ich verlasse den Laden mit einer Flasche Apfelwein-Sekt-Gemisch für 5,99 Euro. Sechs Flaschen für 11,98 Euro hätten es eigentlich sein sollen. Aus dem Beutezug ist dank Rewe Zahlen-Wirrwarr nichts geworden.

“ICE-Problematik” im LEH?
Von LattmannDer Süßwaren-Hersteller Ferrero weiß sehr wohl, warum er eine Sommerpause für besonders empfindliche Produkte einlegt. Das ist nicht nur Marketing, wie gerne unterstellt wird.
In diesen Tagen klagt der eine oder andere Kaufmann über Schokoladen-unfreundliche Temperaturen in seinen Verkaufsräumen. Sogar in den kürzlich von Tegut übernommenen, teilweise recht neuen Märkten von Kaiser’s-Tengelmann, wirkten die Milka-Tafeln auf mich mitunter wachsweich.
Björn Harste, als Sparhändler vielen in der Republik als Shopblogger bekannt, spricht von problematischen Zuständen. In unverblümter Offenheit wird sogar auf seinem Blog eine völlig aus der Form geratene Ritter Sport porträtiert. Der Händler, der in einem in die Jahre gekommenen Flachdachmarkt keine Klima-Anlage hat, diese jetzt aber einbauen lässt, behilft sich derweil mit einem gerade installierten Propeller-Ventilator an der Decke.
Das Thema bewegt auf alle Fälle viele Kunden, siehe dazu auch den Link am Ende meiner Ausführungen.
Das Dilemma ist mir aus meiner Zeit im Einzelhandel vertraut. Fast jeden Sommer gab es mindestens einen Tag, an dem die Klimaanlage den Temperaturen nicht gewachsen war. Nennen wir das einmal aus aktuellem Anlass ICE-Problematik, die Bahn kann ein Lied davon singen (seltsam eigentlich, wo doch “ICE” im englischen Wortsinn doch eher gemäßigte bis unterkühlte Umgebungstemperaturen erwarten lässt, oder?).
Trotz dieser Brutalo-Temperaturen steht der deutsche LEH nach meinen aktuellen Beobachtungen jedoch keineswegs knöchelhoch in Flüssig-Schokolade. In den vergangenen Tagen ist mir sogar eher Gegenteiliges aufgefallen: Der Einzelhandel und hier in vorderster Front die Discounter, sind ein Quell der Erfrischung. Nicht mit tollen Angeboten lockt man mich derzeit in die Läden, es sind vielmehr die Temperaturen. Wenn man aus einem halbwegs klimatisierten Auto über einen glühenden Parkplatz im prallen Sonnenschein bei 40 Grad beispielsweise einen wundervoll klimatisierten Aldi Süd, Lidl oder Penny betritt, mag man diesen Ort gar nicht mehr verlassen.
Wie sich das wohl auf den Umsatz auswirkt, wenn die Kunden nun nicht nur Getränke in Massen kaufen, sondern dazu noch wegen den angenehmen Temperaturen Muße haben, jeden Gang ausgiebig zu würdigen?
Schokoladenprodukte sollte man natürlich am besten gleich hinter der Kasse verzehren, den Weg zum Kofferraum überleben sie nicht unbeschadet.
Mein Fazit: Wenn die Bahn wissen möchte, wie gute Klimatechnik funktioniert, sollte sie sich vom Einzelhandel beraten lassen…
Leergeräumtes Regal unter: http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/aktuell/nachrichten/2010/07/14/1414-tag-schokolade-schmilzt/im-deutschen-handel.html
Hier noch ein Link zum Thema: www.shopblogger.de/blog/archives/10510-Hochsommerliche-Temperaturen….html
Umsatzverhinderungs-Hotline
Von Lattmann
” Toll!”, hab ich gedacht, als ich neulich den aktuellen Globus-Handzettel aus dem Briefkasten nahm: Ölwechsel, Bremsflüssigkeit, neue Reifen zu Top-Preisen. “Da bringe ich das Auto vor der Fahrt in den Urlaub noch mal richtig auf Vordermann.”
Anruf im Globus-Markt: “Ich möchte gern einen Termin im Globus-Reifencenter machen.”
“Ich verbinde… ” Tut…tut…tut…tut…tut… – nach einer Ewigkeit bricht die Verbindung ab.
Es folgen zwei weitere, identische Versuche.
Vierter Versuch: “Guten Tag. Im Reifencenter….” Weiter komme ich nicht.
“Einen Moment bitte, ich verbinde.” Tut…tut…tut…tut…tut… – nach einer Ewigkeit bricht die Verbindung erneut ab.
Und noch einmal: “Hallo. Bitte verbinden Sie mich nicht weiter!!! Ich habe eine Frage, die Sie sicher auch beantworten können: Muss ich im Reifencenter zum Ölwechsel einen Termin vereinbaren oder kann ich einfach vorbeikommen?”
Antwort: “Sie müssen natürlich einen Termin vereinbaren. Ich verbin…”
“Nein!!!! Bitte nicht verbinden!!! Vielleicht können Sie mir noch verraten, wie ich einen Termin ausmachen soll, wenn dort keiner ans Telefon geht?”
“Oh, das tut mir leid. Warten Sie. Ich versuche es mal direkt…” Tut … tut. “Globus Reifencenter, was kann ich für Sie tun?”
Ich habe dann zwar meinen Termin bekommen. Aber die Frage lässt mich nicht los, wohin die Zentrale mich eigentlich die ersten Male verbunden hat.
Elch im Supermarkt
Von LattmannHierzulande stöhnen die Menschen ja gerade unter den Hitzegraden. Anderswo lauern noch ganz andere Gefahren. In Kongsvinger, Norwegen, sorgte ein Elch in einem Supermarkt für einige Verwirrung. Motto: Rette sich, wer kann.







