Was anderes kommt nicht in die Tüte
Von Lattmann
Wo es leer ist, geht keiner hin. Und wo keiner hingeht, ist nichts los. Ein Teufelskreis, den Händler umgehen können – mit einer Tüte zum Beispiel. Bei Karstadt in Münster in der auf den Namen Perfetto getauften Feinkostabteilung steht vor mir ein Urlauber, der ganz vernarrt ist in die mit Stadtmotiven versehenen Leinenbeutel für 1,69 Euro. Der Mann legt acht Mettwürste und vier Leinenbeutel aufs Kassenband. Später legt er vier weitere Beutel dazu. Kurz darauf nochmals vier. Just als er bezahlen möchte, fällt ihm ein, dass er gerne noch eine fliederfarbene Perfetto-Tüte hätte. Die erwirbt er dann für 15 Cent, verstaut dort die Würste und nimmt aus einem Karstadt-Leinenbeutel eine große blaue Karstadt-Plastiktüte, worin er die zwölf Leinenbeutel verschwinden lässt. Schließlich macht er sich auf den Weg – mit acht Würsten, 15 Tüten, und einem zufriedenen Gesicht, das sagt: Ich fühl mich gut.




