7. November 2010 um 17:29 Uhr

Mein Check bei Real-Drive

Von Lattmann

Vor kurzem hatte ich angekündigt, möglichst bald dem neuen Real-Drive in Isernhagen-Altwarmbüchen einen Besuch abzustatten.  Dazu hatte ich mittlerweile Gelegenheit. Also schnell die Registrierung vorgenommen, bestellt, Bestätigungsmail erhalten, SMS-Benachrichtigung erhalten, dass mein Einkauf gerade zusammen gestellt wird. Das lief alles wie am Schnürchen. So hieß es für mich: Nichts wie ab nach Altwarmbüchen.

Allerdings war es mir dort nicht vergönnt, meinen Einkauf unter normalen Bedingungen zu tätigen.  Als ich ankam, wurden vom Real Drive gerade Fotos aufgenommen, die Säule zum Scannen meines zuhause pflichtschuldig ausgedruckten und mitgebrachten Abholscheins stand auf einem Hubwagen, eine junge Frau stellte im Auto sitzend eine abholende Kundin dar. Ich als echter Kunde hingegen wurde sofort persönlich begrüßt, was so wohl kaum dem üblichen Ablauf entsprechen dürfte, den ich mir erhofft hatte. Der bestellte Einkauf wurde mir allerdings rasch gebracht. Ich wurde gebeten, diesen zu kontrollieren, verstaute alles im Kofferraum, zahlte in einem kleinen Pavillon-Zelt, Payback-Punkte wurden gutgeschrieben, Treuepunkte ausgehändigt. Fertig. Das lief wirklich schnell und reibungslos!

Der berechnete Euro für den Service geht absolut in Ordnung, denn der ist sympathisch und gut. Man sieht auch, wo Real das Service-Entgelt reinvestiert: Es geht in Plastiktüten! Die ans Auto gebrachte Ware ist komplett in dünnen Tüten verpackt und wegen der verschiedenen Warengruppen, die bis zur Abholung unterschiedlich gelagert werden müssen, kann in so einer Tüte schon einmal kaum etwas drin sein. Ich bekam meine 26 erworbenen Artikel in 7 Tüten, das sind im Schnitt 3,7 Artikel pro Tüte. In einer befanden sich nur 3 x „Dole Banane, 1 Stück“.

Bei dem Obstartikel offenbart sich die Schwierigkeit, Ware nicht lose nach Gewicht verkaufen zu können, sondern immer nur in vorverpackten Einheiten oder als einzelne Stücke. Die einzelne Marken-Banane kostet im Drive 20 Cent und braucht natürlich noch eine Grundpreisauszeichnung, die für 100 Gramm mit 13 Cent angegeben wird, so dass jede Banane rechnerisch 154 Gramm wiegen müsste. Meine Exemplare haben sich an das auferlegte Dogma allerdings in keinster Weise gehalten und brachten deutlich mehr Gewicht auf die Waage…

Vor Ort waren zahlreiche Real-Offizielle im Einsatz, um das jüngste Kind aus dem Hause für die eigentliche und öffentlichkeitswirksame Eröffnung am Dienstag dieser Woche vorzubereiten. Als ich von einem Mitarbeiter angesprochen wurde, sagte ich gleich, wer ich bin und für wen ich den Testkauf vornehme. Ich erhielt sogleich eine erste kostenlose Führung durch die neuen heiligen Hallen des neuen Drive-in-Marktes.

Innen erinnert der Real-Drive fast weniger an ein Lager als an einen echten Supermarkt: Akkurat eingeräumte und vorgezogene Regale, Sortimentsanordnung nach Kundenlogik, natürlich fehlen ebenso wenig Regaletiketten, selbst die für die Wochenwerbung sind gesteckt.

Im Gespräch mit den anwesenden Verantwortlichen über das Konzept und vor allem die Internetseite als sein Herzstück wird schnell deutlich, dass sich Real bei seinem Drive-Konzept viel vorgenommen hat und es zu einer richtig runden Sache nah an den Wünschen des Kunden machen will.

Dazu gehört an mancher Stelle zum Beispiel ein letzter Feinschliff für einen noch geschmeidigeren Bestellvorgang. So bei der integrierten Volltextsuche auf der Internet-Seite. Die ist nämlich vom Grunde her in der Welt des Lebensmittelhandels noch ortsfremd und arbeitet nach Schema F. Das heißt: Momentan stellt sie noch keinen irgendwie gearteten Zusammenhang zwischen dem Suchbegriff „Schokolade“ und dem Artikel „Milka Alpenmilch“ her. Ich denke mal mit Blick auf Industriemarken, das wird Real – selbst wenn der Verkauf der Eigenmarken im neuen Drive eine große Rolle spielen soll – wohl noch nachjustieren müssen. Der erste Eindruck war allerdings schon recht passabel. Hoffentlich finden das die zukünftigen Kunden auch.

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