15. Juli 2010 um 16:40 Uhr

Elch im Supermarkt

Von Lattmann

Hierzulande stöhnen die Menschen ja gerade unter den Hitzegraden. Anderswo lauern noch ganz andere Gefahren. In Kongsvinger, Norwegen, sorgte ein Elch in einem Supermarkt für einige Verwirrung. Motto: Rette sich, wer kann.

14. Juli 2010 um 08:25 Uhr

Verbundwerbung ohne Verbundwirkung

Von Lattmann

Was ist es doch schön, dass es nicht nur Filialisten für alles Mögliche gibt. Für Lebensmittel, für Möbel oder für Elektronik. Als klitzekleiner Metro-Aktionär zieht es mich bei bestimmten Artikeln regelmäßig zum Media-Markt. Hin und wieder rät mir  der kleine Vielfaltsbewahrer in meinem Ohr jedoch, mich auch anderweitig umzusehen. Am Wochenende war’s mal wieder soweit. Endlich wollte ich mir ein kleines Notebook zulegen, damit ich auch unterwegs nicht von der Kommunikation abgeschnitten bin.

Aber von vorne: Im Internet hatte ich mir mein Wunschmodell ausgesucht. Bei Media-Markt war es laut neuem Internet-Auftritt zumindest im rückwärtigen Raum irgendwo vorhanden, aber leider nach meinem Geschmack etwas zu teuer. Über die Telefon-Hotline wollte ich versuchen, den Preis zu verhandeln, aber ich kam nicht weit. Obwohl ich das Laptop auf der Media-Homepage leibhaftig vor mir ausgebreitet sah, erklärte mir die Stimme der Hotline, dieses Produkt gebe es nicht bei Media-Markt.

Auch gut, dachte ich bei mir. Jetzt höre ich mit noch besserem Gewissen auf den kleinen Mann in meinem Ohr. Er hauchte: Geh’ doch zu ElectronicPartner (EP). Okay, warum nicht! Glückliche Fügung: Im Internet war der aktuelle Flyer abgebildet. Beim Durchblättern erkannte ich sogar mein von mir favorisiertes Laptop als Aktionsangebot. Herrlich, so dachte ich bei mir. Dann ruf’ ich mal einige EP-Händler im Rhein-Main-Gebiet an, ob das schöne, schlanke Stück wirklich vorrätig ist.

Nach dem vierten Anruf bei einem EP-Händler war nicht nur der kleine Mann in meinem Ohr ganz geknickt. “Nicht da”, nicht “vorrätig”, das ist “ein Auslaufmodell, das führen wir nicht mehr”. Interessant, dachte ich bei mir, und warum wird es dann beworben?  Beim nächsten Anruf bohrte ich dann etwas tiefer und siehe da, es offenbarte sich ein altes Dilemma. Was die Zentrale einer Verbundgruppe als nationalen oder regionalen Top-Artikel in Absprache mit einem Lieferanten auswählt, muss bei den selbstständigen Kaufleuten – offensichtlich ohne jeglichen Bezugszwang – überhaupt keine Jubelstürme auslösen.

Der EP-Händler sagte mir, das Produkt ordere er nicht, weil es kein Laufwerk für DVD/CD hat, das verkaufe sich nicht so gut. Er könnte es aber bestellen. “Nein, danke, lassen Sie mal, so entgegnete ich enttäuscht. “Das kann ich auch von Zuhause aus. Und, dort kriege ich das Teil noch mal 50 Euro günstiger.”

Schade eigentlich. Aber manchmal macht es einem der stationäre Handel wirklich nicht leicht. Egal, ob Filialist oder Verbundhändler.

13. Juli 2010 um 16:01 Uhr

Späte Bananen oder gebrauchte Lätta

Von Lattmann

In diesen Tagen ist ja unentwegt etwas über Amazon und sein neues Online- Lebensmittel-Angebot im Radio zu hören, im Fernsehen zu sehen oder in der Zeitung zu lesen. Sie wissen ja, dass ich schon vor einigen Tagen einen Probe-Einkauf zusammengestellt habe, die Bestellung aber mit Blick auf die hohen Logistikkosten unterlassen habe (Scrollen Sie ein bisschen runter und Sie finden den Beitrag).

Mein Kollege Jörg Rode hingegen hat für das Journal der LZ, siehe Print-Ausgabe Nummer 27, seine Bestellung wirklich abgeschickt. Vor wenigen Minuten hat er in der LZ-Konferenz am Dienstag darüber informiert, dass nun auch die letzte Lieferung eingegangen sei – also rund 10 Tage nach Orderausgang. Sie stammte von Froodies, die in diesen Tagen offensichtlich an ihre Auslieferungskapazitäten stoßen. Über diesen Online-Lieferdienst von Edeka-Kaufmann Christian Pelzer und dem Mitgründer Lutz Preußners hatte mein Kollege Martin Mehringer in der LZ 19 (Journal) ebenfalls ausführlich berichtet. Immerhin, der bestellte Wein und sogar die Bananen erreichten die Redaktion in tadellosem Zustand. Die Bananen wurden gleich vertilgt. Der Wein muss warten.

Kurios bleibt das Thema Food-Einkauf im Internet auf alle Fälle. Der Kollege Rode wies in der Konferenz noch darauf hin, dass bei Amazon kürzlich nicht nur fabrikfrische Lätta-Margarine angeboten wurde, sondern – wie auf der Internet-Plattform bei Nonfood-Sortimenten nicht unüblich – sogar eine gebrauchte Variante. Ich vermute, das war ein Software-Problem.

Aber, wer weiß! Kürzlich haben wir bei der Veranstaltung von Lebensmittel Zeitung direkt, dem Sales Cup, jemanden in der Kategorie Industrie/Launch/Relaunch ausgezeichnet. Es war die zu Devely gehörende Düsseldorfer Löwensenf GmbH. Die hatten in ihrer Aktion dazu aufgerufen, gebrauchten Senf von Zuhause mitzubringen und ihn gegen einen Gutschein für ein frisches Glas Löwensenf einzutauschen.

Sie sehen, nichts scheint unmöglich. Vielleicht gilt das bald auch für Lebensmittel im Internet – ob neu oder gebraucht.

12. Juli 2010 um 14:55 Uhr

POSsierlich

Von Lattmann

POSklein

„Point of Sale“ oder, kryptischer noch, „POS“! Was bitte ist das genau? Die Wette gilt: Wer einer beliebige Stichprobe von Normalverbrauchern dazu Begriffserklärungen abverlangt, wird eine karge Ernte einfahren. Der auch noch in fremder Zunge codierte Fachbegriff gehört nicht zum Sprachschatz von Konsumbürgern. Aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis, den ein deutschlandtypischer Mix bildungsnaher- und –ferner Schichten prägt, kam beim neugierigen Nachhaken nur Schulterzucken als Echo. Selbst die großzügige Erlaubnis, einen blitzgescheiten Telefonjoker anzurufen, führte nicht zum Erfolg.

Der Betreiber des im Bild gezeigten Geschäfts darf demnach eher nicht hoffen, dass die weltmännisch gemeinte Firmierung seinem Markt in Münster/Westfalen schon Top-Frequenz verschafft. Immerhin: Das Kleinergedruckte gibt der Zielgruppe dann doch unverschlüsselt formulierte, wertvolle Hinweise zum Sortiment: Preisgünstige Marken-Textilien oder zumindest solche, die in fernen Ländern mit Marken-Kennzeichen versehen wurden, werden da angepriesen. Ob Merkur, Gott der Händler und der Diebe, da vielleicht doch ein Einsehen hat und den kühnen Handelsmann mit klingender Münze belohnt?

Für professionelle Key Accounter, Einkäufer, Werbefachleute und sonstige Eingeweihte ist der „Point of Sale“ natürlich der Dreh- und Angelpunkt. Doch die Schar der Schnäppchenjäger, die Handel und Industrie am POS ordentlich mit Umsatz-Euros belohnen soll, will sich am „Ort der Wahrheit“ so wohl wie nur möglich fühlen. Ob ein „Event“ wirklich mehr Käufer anlockt als ein „Spektakel“, ist keineswegs erwiesen. Und – um den roten Faden fortzuspinnen – fährt ein „Sale“ tatsächlich mehr Ab- und Umsatz ein als der über Jahrzehnte verinnerlichte, saisonal klar zurechenbare und damit Orientierung gebende „SSV“ bzw. „WSV“?

Auch wer kein Englisch kann, hat längst gelernt, dass im Handel heutzutage ganzjährig immer irgendwo „Sale“ zelebriert wird. Für manchen Konsumenten ist Beliebigkeit freilich ein Gegner des Besonderen, also des vielbeschworenen „Erlebnis“-Einkaufs. Hinzu kommt: „Sale“ steht heute aus Verbrauchersicht nicht mehr nur für den (Schluss)-Verkauf traditioneller Prägung, sondern genauso für „Ausverkauf“, sprich: für Pleite, Insolvenz, Konkursmasse, Restantenramsch und damit die allzeit mögliche Schnäppchenjagd.

Die nachhaltig verfestigte Orientierung deutscher „Shopper“ auf möglichst niedrige Verkaufspreise wird oft beklagt. Ob eine forcierte „Sale“-Strategie dem ein Ende setzen kann, muss wohl eher verneint werden.

9. Juli 2010 um 11:25 Uhr

Schöne neue Karstadtwelt

Von Lattmann

Karstadt Prospekt

Werbung darf als gelungen gelten, wenn sie es schafft, positive Emotionen zu vermitteln, nostalgisch-romantische Gefühle zu erzeugen oder den Betrachter zum Schmunzeln zu bringen. Wie genau das im Einzelfall erreicht werden kann, darüber zerbrechen sich die Kreativen der Kommunikationsbranche tagtäglich den Kopf. Es geht um nichts weniger als den Spagat zwischen knallharter Unternehmensrealität und sinnlich-schöner Gefühlswelt, die raffinierte Verbindung zweier gegensätzlicher Welten.

Ich gebe es offen zu: „Soll man das unter Gedankenlosigkeit oder Galgenhumor verbuchen?“ lautete meine erste spontane Reaktion, als mir dieser Karstadt-Prospekt in die Hände fiel. „Sommer – Dabei sein ist alles!“ prangte dort in roten Lettern auf himmlisch-blauem Untergrund.

Zu meiner Entschuldigung kann ich vorbringen, dass ich schließlich kein Werbefachmann bin. Und dass ich es inzwischen eingesehen habe: Wir stehen hier vor einem der schillerndsten Beispiele gelungener Kommunikation. Erinnern wir uns an die eingangs gelieferte Definition zurück, so müssen wir zugeben, dass hier in wahrhaft meisterhafter Art und Weise alle drei Elemente miteinander verbunden wurden.

Dieser Satz bringt den Betrachter nicht nur zum Schmunzeln (den Galgenhumor habe ich ja immerhin gleich entdeckt), erzeugt nicht nur nostalgisch-romantische Gefühle à la „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, sondern relativiert auch die vermeintlich verzweifelte Lage des Unternehmens nach dem Motto: Hauptsache, wir überstehen den Sommer. Wie, warum und wozu ist eigentlich egal. Was danach kommt, sowieso. Freuen wir uns also gemeinsam, wie schön doch die Welt ist. Think positive.

Denn: Dabei sein ist alles!

2. Juli 2010 um 15:56 Uhr

Flagge oder Vuvuzela

Von Lattmann

Liebe Freunde der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Fußball Nationalmannschaft. Ich bin schon ganz nervös. Viel Zeit bleibt ja nicht mehr, bis es gegen Argentinien geht. In den vergangenen Tagen hatte ich mir schon einige Gedanken gemacht, in welcher Form ich das Großereignis würdigen könnte. Edeka hat ja Uwe Seeler ins Rennen geschickt, Rewe powert mit Prinz Poldi.

Bei einer Fahrt durchs Ruhrgebiet ist mir der Gedanke gekommen, doch etwas über die Deutschland-Fahne zu schreiben. Fast scheint es so, als wehe sie an jedem vierten Auto. Mal links, mal rechts. Mal beidseitig. Als Multikultiland gibt es auch Mischformen: links Italien, rechts Deutschland. Gestern habe ich sogar Argentinien rechts und Deutschland links gesehen. Das dürfte morgen eine aufregende Familienfeier werden.

Meine Vermutung war ja, dass die Steckfahne derzeit der Top-Artikel schlechthin ist. Aber weder Nielsen noch  GfK oder ein anderer schlauer Marktforscher konnte meine These mit Zahlen untermauern.

Dass da einiges flattert, ist aber offensichtlich. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen bestätigte mir gegenüber, dass allein bis zur Vorrunde der Europameisterschaft 2008 rund 6000 Fahnen am Fahrbahnrand gelandet sind. Ob sich daraus eine Hochrechnung für 2010 machen oder gar ermitteln lässt, wie viel Fahnen insgesamt von Discountern, Supermärkten oder Tankstellen verkauft wurden, vermag ich nicht zu sagen. Ein Sprecher vom Düsseldorfer Polizeipräsidium meinte etwas belustigt, er persönlich registriere mehr überfahrene Igel als herrenlose Flaggen. Ich glaube, der Mann hat nicht recht.

Ob die Fahne der Nonfood-Artikel der Saison ist, weiß ich also nicht. Das Preisspektrum und wohl auch die Qualitäten sind weit gespannt. Der Flagge machen andere Fan-Artikel Konkurrenz, die Mensch und fahrbaren Untersatz schmücken – wie beispielsweise die in vielen Landesfarben erhältliche Außenspiegelflagge.

Der Nonfood-Importeur Xtreme ließ mich allerdings wissen, dass die Plastik-Posaune Vuvuzela derzeit wie warme Semmeln weggeht. Die Original-”Vuvuzela”, für die Xtrem die Vertriebsrechte nicht nur für Deutschland besitze,  sei natürlich nicht nur in Deutschlandfarben, sondern auch passend zu Firmen-CIs erhältlich. Tolle Idee. Besonders als Einlagetool verwendbar, wenn der Geschäftsführerkollege im Meeting wieder zu viel labert.

Die Produktion der dreiteiligen Tröte finde in Deutschland statt, genauer gesagt mit einer Tagesproduktion von bis zu 60 000 Stück im pfälzischen Bad Kreuznach. Umweltfreundlich und TÜV/GS geprüft und – man höre und staune – Ohren schützend auf 120 Dezibel gedrosselt. Ich glaube, selbst dieser Wert ist auf Dauer der Gesundheit nicht zuträglich.

So Freunde. Ich muss jetzt los. Wenn ich keine Vuvuzela mehr finden sollte, krame ich meine alte Deutschland-Flagge von 2006 aus dem Keller aus. Das wird schon ausreichen, um die Jungs am Kap zu unterstützen.

1. Juli 2010 um 11:37 Uhr

Tintenfisch und Einlaufhilfe

Von Lattmann

Endlich: Lebensmittel bei Amazon bestellen! Wurde auch Zeit. Und geht genauso wie bei Büchern oder CDs.  Ein paar Klicks und in meinem Warenkorb landen ein Kilo Bio Frühkartoffeln „Prior“,  eine Flasche Monin Vanille Sirup, eine Allos Fruchtschnitte Pflaume-Walnuss, zwei Orbe-Tintenfisch-Dosen – und der Jentschura Morgenstund Hirse-Buchweizen-Brei.

Zu letzterem zeigt mir Amazon die inspirierende Zusatzinfo, dass Kunden, die sich mit der Hirse eingedeckt haben,  auch Jentschura Kräutertee, Einlaufhilfen oder den Ratgeber „Haarausfall natürlich heilen“ bestellt haben. Hm, vielleicht beim nächsten Mal.  Dann lieber sechs Edeka Bio Wertkost Eier einpacken. Aber für 3,55 Euro den Karton und dann noch „Versand auf eigene Gefahr“? Eier also besser löschen.

Amazon

Jetzt zur Kasse. Über Lieferkosten habe ich bis jetzt noch nichts gelesen, wird ja nicht so wild werden. Adresse, Bankeinzug oder Kreditkartennummer, Standardversand gebe ich wie gewohnt ein. Schnell noch die Bestellung prüfen. Voraussichtliches Lieferdatum: 2. bis 5. Juli für Pulpo und Fruchtschnitte, auf meine Morgenstund-Hirse muss ich wahrscheinlich bis zum 6. Juli warten. Da ist Geduld gefragt. Und gute Organisation zuhause.

Jetzt sehe ich, dass sich fünf verschiedene Handelspartner die Lieferung teilen. Alles kommt extra, das kostet entsprechend. Bei 24,24 Euro für Kartoffeln und Co. berechnet Amazon 25,39 Euro für Versand und Verpackung. Sattes Sümmchen, da bleibe ich doch lieber bei Bücher und CDs.

28. Juni 2010 um 17:07 Uhr

Sex-Hormon im Kassenbon

Von Lattmann

kassenbon

Einkaufen ist Frauensache. Was wir Männer ja schon immer geahnt haben, bestätigt uns jetzt eine aktuelle Untersuchung von EcoAid schwarz auf weiß – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: In Kassenzetteln von Aldi, Edeka, Lidl, Real und Kaiser’s Tengelmann nämlich hat ein Labor hohe Konzentrationen der Chemikalie Bisphenol A (BPA) festgestellt, die im menschlichen Körper wie das weibliche Hormon Östrogen wirkt.

Schon der Verzehr von fünf Kassenbons täglich soll bei Frauen die gleiche Wirkung erzielen wie die Anti-Baby-Pille. Etwa 20 Zettel mit einem Bonwert von mindestens 49 Euro ergeben eingekocht eine hervorragende Tinktur gegen Haarausfall. Und geschnupft sollen schon 25 Gramm kleingeschnittener Kassenbons einen exzessiven Kaufrausch auslösen.

So positiv das Kassenzettel-Hormon auch auf den weiblichen Organismus wirkt, so besorgniserregend sind die Auswirkungen auf Männer. Libido- und Erektionsstörungen, samtweiche Haut oder akute Einparkprobleme sind nur einige der Symptome einer erhöhten Bisphenol A-Aufnahme bei Männern.

Die Kölner Rewe hat bereits reagiert und ihre Chance als Einkaufsparadies für echte Kerle erkannt: Seit einem halben Jahr hat der Handelskonzern auf BPA-freies Kassenzettelpapier umgestellt. Andere Händler wollen nachziehen. Als Übergangslösung sollen bis zur vollständigen Umstellung zumindest alle Parkplatzbuchten um einen halben Meter verbreitert werden.

14. Juni 2010 um 18:21 Uhr

Nonfood iss gut

Von Lattmann

Viele Handelsunternehmen suchen ja bekanntlich nach kreativen Lösungen für das chronisch schwächelnde Nonfood-Geschäft. Eine besonders kreative ist regelmäßig bei Rewe zu beobachten. Die Kölner deklarieren in verschiedenen Märkten bei Bedarf einfach besonders umsatzträchtige Artikel aus dem Obst- und Gemüsebereich um.

Wie auf dem Foto zu sehen ist,  prangt dann einfach ein kleines Preisschild mit der Aufschrift Non Food zum Beispiel auf Spargeln. Manch Nonfood-Hersteller müsste das zu denken geben. Da schreibt ein Händler in aufmerksamkeitsstarkem Orangerot quasi „Achtung nicht essbar“ auf seine Lebensmittel und verkauft sie dennoch wie am Fließband.

(Und das in einem Land, das nach rund 28 Jahren ausgerechnet mit einem englischen Lied mal wieder den Grand Prix gewonnen wurde. Dabei gab es zwischenzeitlich doch so tolle Kandidaten wie den Nusseckenliebhaber Gildo Horn oder Stefan Raab und sein „Wadde hadde dudde da“.

Wadde meint Rewe de da, versteht offenbar niemand. Wenn da mal nicht der Poldi als Werbeträger passt… Wer jetzt aber schnell seine Hartwaren als verzehrbar verkaufen will, bekommt wohl allzu direkt Post von den Verbraucherschützern. Tja, die Welt ist manchmal ungerecht.)

Aber egal. Hauptsache den Non Food-Umsätzen der Rewe tut die Klebe-Offensive gut. Nonfood iss halt gut.

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11. Juni 2010 um 10:08 Uhr

Lidl oranje

Von Lattmann

LidlNL

Dass die WM in Südafrika die Kreativität von Handel und Industrie fördert, kann man derzeit in allen Läden beobachten. Unsere fußballbegeisterten Nachbarn in den Niederlanden stehen Deutschland da in nichts nach, wie ich gerade erst bei einem Besuch feststellen konnte.

Da ich natürlich auf ein möglichst gutes Abschneiden der deutschen Mannschaft hoffe, habe ich all die „oranje“ Produkte bei Albert Heijn, C1000 & Co. einfach links liegen lassen. Fast alle. Schwach geworden bin ich dann doch – und zwar ausgerechnet bei Lidl, der ebenfalls völlig in Orange getaucht war.

Dort sind nämlich gerade „Oranje weken“. Unter all den entsprechend gefärbten Aktionsprodukten konnte ich am Toilettenpapier der Marke Floralys einfach nicht vorbeigehen. Was für eine Farbe! Herrlich! Und der intensive Rasenduft dringt selbst durch die Folie, wie ich in der Kassenschlange nur allzu deutlich feststellte.

Ich gebe aber zu bedenken, dass es eine Gratwanderung ist, als deutscher Händler in den Niederlanden die Farbe des Königshauses und der Nationalmannschaft für ein Produkt zu nutzen, mit dem man… na, Sie wissen schon. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist gerade in Sachen Fußball schließlich nicht unbedingt durch Harmonie geprägt, da sollte nicht unnötig Feuer ins Öl gießen. Auch wenn manch einer in Deutschland das orangene Klosett-Papier sicher gerne benutzen würde!