Vom Entrepreneur zum Ecopreneur
Von Marco Kitzmann“Die Lebensmittel-Branche trägt eine hohe Verantwortung, weil sie unmittelbar auf die Ressource Umwelt zugreift.” Dr. Michael Raß findet deutliche Worte, wenn er über das Thema nachhaltiges Wirtschaften spricht. Mag sein, dass ihm das besonders leicht fällt, weil sein Unternehmen, die Teutoburger Ölmühle, diese Verantwortung bereits erkannt hat und mit steter Regelmäßigkeit Preise für Produktqualität, Innovationskraft und die
Leistungen im Umweltschutz einheimst – zuletzt den Deutschen Gründerpreis 2007. Auf der Biofach erklärte der geschäftsführende Gesellschafter von Deutschlands erster komplett energieautarker Ölmühle im Rahmen des Vortrags zur nachhaltigen Unternehmensführung “Vom Entrepreneur zum Ecopreneur” weshalb sich jedes Unternehmen, das nachhaltig wirtschafte, in einem Spannungsfeld zwischen ökonomischer, ökologischer, gesellschaftlicher und gesundheitlicher Verantwortung bewege.
In Ibbenbüren stehe deshalb zwar die Qualität der hergestellten Kernöle an erster Stelle. Daneben ist man aber auch stolz darauf, die Lkw-Flotte und ein eigenes Blockheizkraftwerk mit dem aus den Rapskern-Schalen gewonnenen Öl zu betreiben. Außerdem bieten die Teutoburger familienfreundliche Halbtagsarbeitsplätze und besetzen fast 50 Prozent ihrer offenen Stellen mit Arbeitslosen. Bio im Speziellen ist für das Unternehmen, das sich selbst als Marktführer bei kaltgepressen Kernölen sieht, ein brandheißes Thema: Um 38 Prozent sei der Umsatz mit den Bioölen im vergangenen Jahr gestiegen, so Raß: “Dreimal so viel wie bei konventionellen Ölen.”
Unternehmen nachhaltiges Wirtschaften beibringen, das wollen Dr. Christian Geßner und Axel Kölle vom Deutschen Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Wirtschaften (DKNW) der Universität Witten/Herdecke. Dazu werde bereits Mitte 2008 ein Institut für Nachhaltigkeit an der Uni Witten gegründet, das sich speziell an die Ernährungsbranche richten soll. Eine Fragestellung, mit dem sich das Institut auseinandersetzen will: “Welche Wirkung haben Megatrends wie Lohas, Klima- oder demografischer Wandel auf die Ernährungsbranche?” Gleichzeitig soll die Kongressreihe “Wittener Impulse” (2. und 3. September 2008) die Möglichkeit zum Informationsaustausch geben. Neben der Wirtschaft selbst wird das Projekt auch von der Lebensmittel Zeitung unterstützt.









