Biofach 23. Februar 2008 um 11:21 Uhr

Mit Seehofer wird hier keiner grün

Von Marco Kitzmann

Renate Künast (Foto: NürnbergMesse)

Hier im Messeblog ist Verbraucherminister Horst Seehofer eigentlich schon fast so etwas wie ein “Stammgast”: Als er auf der Anuga das neue Modell zur Nährwertkennzeichnung vorstellte, haben wir darüber geschrieben, auch als er auf der ISM über die Definition einer Portion philosophierte. Auch zur Biofach hätten wir ihm natürlich ein paar Zeilen gewidmet. Indes: der Minister ist hier nicht nur nicht Stammgast – er ist gar kein Gast. Und er war es seit seinem Amtsantritt 2005 noch nie, was den Veranstaltern der weltweit wichtigsten Messe für Bio-Produkte inzwischen doch ziemlich sauer aufstößt. In diesem Jahr umso mehr, weil Seehofer sich zur Eröffnung der Messe entschuldigen ließ, um lieber dem traditionellen Starkbieranstich im Münchener Salvatorkeller beizuwohnen. Schon 2006 hatte er die Eröffnung in letzter Minute abgesagt. Die Ankündigung seines Erscheinens hatte im Vorfeld für harsche Kritik seitens mancher Bio-Akteure gesorgt.

Auch für die übrigen Messetage erteilte der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in diesem Jahr wieder eine Absage. Und wie schon vor zwei Jahren schickte er wieder seinen Adlatus, den Parlamentarischen Staatssekretär Gerd Müller, als Vertretung. Den wollten die Biofach-Verantwortlichen aber nach seinem farblosen Auftritt 2006 nicht schon wieder reden lassen. Weshalb er dann eben beim Bio-Weißwurstessen des BMELV vor einer Handvoll Journalisten sagen musste, was er zu sagen hatte. Dafür war auf Renate Künast Verlass: Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen war hier schon Stammgast, als sie noch Seehofers Posten innehatte und sie hat diese Tradition auch nach ihrem Auszug aus dem Ministerium fortgeführt. Gestern ließ sie sich im kleinen Kreis durch die Hallen führen und startete in der Weinhalle 4A, wo sie ausgiebig mit den Bio-Winzern plauderte und deren Weine verkostete, ehe es weiter in Richtung Halle 7A zur Vivaness ging. Ob der frische Farbton ihrer Wangen dann von der hier vorgenommenen naturkosmetischen Behandlung stammte oder aber noch vom vorherigen Weingenuss herrührte – man weiß es nicht.

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