Natürlich schön
Von Sabine Hedewig-Mohr
Wir schreiben hier immer nur von der Biofach, dabei findet gleichzeitig ja auch die Vivaness statt. Die Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness hatte im vergangenen Jahr Premiere und konnte dieses Jahr über 20 Prozent mehr Aussteller anziehen. Naturkosmetik hat mittlerweile einen Anteil von rund sechs Prozent am gesamten deutschen Kosmetikmarkt. Das europäische Marktvolumen wird auf rund 1,1 Mrd. Euro geschätzt.
Die Vivaness belegt etwas mehr als eine Halle, an den Rändern gibt es noch andere Nonfood-Angebote wie Textilien, Schwämme, Kämme und Hängematten. Also alles zum Wohlfühlen. Wer nach langen Fußmärschen ein wenig verspannt ist, kann sich im Vivaness-Entspannungsgarten sogar massieren lassen. Und wer keine Scheu vor den Augen neugieriger Zuschauer hat, bekommt eine kosmetische Behandlung.
Der Markt für Naturkosmetik ist eindeutig überschaubarer als der für Bio-Food, allerdings keinswegs einfacher zu definieren. Deshalb haben sich jetzt einige Anbieter zum Verband NaTrue zusammengeschlossen, um eine Harmonisierung verschiedener Qualitätsstandards von Natur- und Biokosmetik zu erreichen.
Dazu gehört auch Weleda, ein Urgestein unter den Naturkosmetikanbietern (1921 gegründet). Einige Rezepturen stammen noch von Rudolf Steiner und der Geist der Antroposophen weht durch das gesamte Sortiment. Modernen Vertriebsformen ist die Firma aus Schwäbisch Gmünd freilich dennoch aufgeschlossen. So haben Drogeriemärkte gerade im vergangenen Jahr an Bedeutung gewonnen, der Umsatz ist zweistellig gewachsen. Beliefert werden dm, Müller, Rossmann und Ihr Platz. Mancher hat vielleicht auch schon bei Schlecker Weleda-Produkte gesehen, aber mit den Ehingern gibt es keine Handelsbeziehung und es sind auch keine angestrebt, heiß es aus der Pressestelle von Weleda. Dass Schlecker dennoch bemüht ist – auf wie auch immer gearteten Wegen – Weleda Produkte in seine Regale stellt, darf die Firma wohl als Kompliment empfinden.









