InterMopro-InterMeat-InterCool 1. Oktober 2008 um 10:06 Uhr

Hallo, Echo…! – Hallo, Bio…!

Von Marco Kitzmann

Schon seit Sonntag schiebe ich es vor mir her, etwas über die Bio-Sonderschau in Halle 7 zu schreiben. Der Grund ist: Hätte ich mir schon am Sonntag ein Urteil erlaubt, wäre das wenig positiv ausgefallen und ich hätte mir vielleicht vorwerfen lassen müssen, vorschnell zu sein. Aber auch nachdem ich jetzt seit drei Tagen immer mal wieder meinen Weg durch die Hallen so wähle, dass ich hier vorbeikomme – mein erster Eindruck hat sich eher noch verfestigt. Zwar tummelten sich zwischenzeitlich schon deutlich mehr Besucher auf der Sonderschau als noch am Eröffnungstag.

Aber auf dieser relativ weitläufigen Fläche wirkten sie oftmals genauso verloren wie die großzügig verstreuten Stationen, an denen mit Front-Cooking, Produktpräsentation via Kühlregal und -truhe sowie einem Vortragsprogramm über das Bio-Segment informiert wird. Vor allem aber – und das ist jetzt mein ganz persönlicher Eindruck – spricht mich die Gestaltung überhaupt nicht an. Ich fühle mich in dieser Ecke einfach nicht wohl: Das mag am dominierenden 70er-Jahre-Orangerot liegen, möglicherweise an der funsligen Beleuchtung, vielleicht auch an der von oben dunkel drohenden Decke. Am Wahrscheinlichsten liegt es jedoch an der Kombination von allen dreien.

Gut, das eine ist meine subjektive Abneigung gegen die Farbgebung des Jahrzehnts meiner Geburt. Das andere aber ist die nüchterne Feststellung, dass Bio für den Endverbraucher zwar noch Trendthema sein mag – für die Fachbesucher aus der Branche ist es jedoch ein alter Hut. Ähnliches hatten wir ja auch schon auf der ISM beobachtet, wo die Bio-Straße vom Fachpublikum weitgehend unbeachtet blieb. Wer im Lebensmittelbereich arbeitet, hat sein grundlegendes Informationsbedürfnis zum Thema Bio eben längst gestillt – und auf der Suche nach detaillierten Auskünfte wendet man sich in aller Regel direkt an den Hersteller.

Aber es mag sein, dass die Sonderschau ihre Daseinsberechtigung durch das Vortragsprogramm erlangt hat. Das habe ich mir nicht angeschaut, bot auf den ersten Blick aber einige ganz interessante Themen und Referenten.

Ähnliche Beiträge:

4 Kommentare

  1. Ludger

    Mir ging es genauso.
    Die Sonderschau war für keine keine “Schau”, sondern mehr “Scheu.” Es war sehr dunkel (Hintergrund: Was habe ich zu verbergen?), die Stände waren sehr weitläufig und entsprechend unübersichtlich. Unter einem Deutschaufsatz würde stehen: 6 -Thema verfehlt!

  2. Sylvia Pfaff

    Hallo Marco, Hallo Ludger,

    ganz richtig finde ich die Beiträge nicht, aber jeder hat natürlich das Recht, seine Meinung zu äußern. Freuen würde ich daher, wenn konkrete Verbesserungsvorschläge statt Phrasen kommen. Gerade die Verkostung und die Vorträge haben am Nachmittag sehr viele Leute angezogen. Ich stelle hierzu gerne Bilder zur Verfügung. Insgesamt war bei den Ausstellern ein sehr positives Bild zur Bio-Sonderschau zu erfahren.

    Es ging leider technisch nicht anders, die Kühltruhen zu stellen. Wir konnten keine Stromversorgung von der Decke realisieren und durften keine Stolperfalle erzeugen. Aus diesem Grunde standen die Truhen recht weit im Hintergrund, aber das hat die Besucher wenig gestört. Sie haben sich trotzdem alles angeschaut. Der Schwund mancher Exponante bezeugt das. Hinzu kommt, dass wir drei Monate Vorbereitungszeit hatten. Ich bin also absolut von der Leistung überzeugt. Wir haben sogar unsere eigene Zertifizierung erhalten. Ich möchte daher allen ganz öffentlich für das Engagement und auch den Ausstellern für die Unterstützung danken.

    Herzliche Grüße,

    Sylvia Pfaff

  3. Ludger Freese

    @Sylvia,
    Verbesserungsvorschläge kann ich gar nicht mal nennen, weil ich dazu die Ausstellung zu schnell durchlaufen bin. Die Schau hat mich nicht angesprochen und weil zu dem Zeitpunkt auch wenig Publikum dort war, habe ich nur gedacht: “Schade, hier läuft es nicht.” Mir war es einfach zu dunkel und die Produkte kamen nicht zur Geltung. Das mag aber sehr subjektiv sein. Lebensmittel sollten helle und frische Farben haben. Im Restaurant wäre die Ambiente sehr gut.
    (Ich wollte auf keinen Fall jemanden verletzen…)

  4. Marco Kitzmann

    Hallo Sylvia,

    in erster Linie habe ich ja davon berichtet, welchen Eindruck die Gestaltung auf mich persönlich gemacht hat. Und der kann weder falsch noch richtig sein. “Alles Geschmackssache”, sprach der Affe und biss in die Seife.

    Mein Verbesserungsvorschlag in diesem Punkt wäre gewesen, das Areal heller und in anderen Farben zu gestalten, die Bereiche auf etwas kleinerer Fläche zu konzentrieren – aber das ist subjektiv. Andere Beobachter mögen das völlig anders sehen.