Wo Luxus und Dekadenz dicht beieinander liegen
Von Marco Kitzmann“Der ultimative Luxus” zu sein, das nimmt der niederländische Hersteller Linders Bonbons für sein neues Produkt in Anspruch: “Goldleaf Chocolate” sind Pralinen aus 70-prozentiger Zartbitter-Schokolade mit Milchschokoladenfüllung. Klingt erstmal unspektakulär. Was die holländischen Pralinen so ultimativ luxuriös macht, ist ihr Topping aus hauchdünnem Blattgold mit 23 Karat. Hmpf. Gold zu essen halte ich schon immer weniger für ein Zeichen von ultimativem Luxus denn von ultimativer Dekadenz. Aber jedem das seine und schließlich war auch schon die Berliner Blattgold-Currywurst mit Schampus und der New Yorker Blattgold-Hamburger vom japanischen Koberind mit schwarzem Trüffel für schlappe 175 Dollar wenigstens für die ein oder andere Erwähnung in der Presse gut.
Apropos: Ganz billig sind auch die goldigen Pralinen nicht – zwischen 30 und 35 Euro soll den luxusliebenden Kunden das schwarze Kästchen mit neun Stück kosten. Erstmal brauchen die Niederländer, die ihr Geld sonst vor allem mit gebrandeter Logo-Schokolade für Unternehmen verdienen, aber noch interessierte Händler. Die Neugier sei aber geweckt, bestätigt mir Jeroen Linders: “Wir haben schon Gäste von Japan bis Ecuador an unserem Stand begrüßt.” Und aus Deutschland? Vielsagendes Schweigen.










