Bio-Spagat auf der ISM
Von Sabine Hedewig-MohrBio-Produkte und Süßwaren – paßt das überhaupt zusammen? Diese Frage stellte sich das Emnid-Institut und befragte Verbraucher und den deutschen Lebensmittelhandel. Die Ergebnisse wurden bei einer Rahmenveranstaltung der ISM präsentiert und diskutiert. Der Handel sagt dazu eindeutig “nein” und listet nur wenige Bio-Süßwaren.
Die Verbraucher hingegen kaufen süße Bioware für 96 Mio. Euro im Jahr. Knapp ein Viertel der Befragten greift immerhin einmal pro Quartal zu biologisch erzeugten Süßigkeiten oder Snacks. Und die Kunden kaufen die Bioware nicht etwa im Fachgeschäft, sondern überwiegend im Supermarkt oder beim Discounter.
Wer keine Waren aus dieser Produktgruppe kauft, tut dies vor allem, weil ….
er sowieso wenig Süßes kauft (42 Prozent), rund ein Drittel findet Bio-Süßwaren zu teuer oder gibt an, der Geschmack sei vorrangig. Lediglich 17 Prozent der Befragten meinen, Bio und Süßes – das passe nicht zusammen.
Ich hätte gerne Alfred T. Ritter zu dieser Studie befragt, der im vergangenen Jahr auf der ISM und auf der Biofach seine Bio-Quadrate vorstellte. Leider hat die Firma Ritter – offensichtlich recht kurzfristig – die Messe abgesagt.
Dennoch versuchen ettliche Hersteller den Spagat zwischen Bio=gesund=schmeckt nicht und Süßware=Genuss=ungesund zu stemmen wie die Teilnehmerliste der Bio-Strasse zeigt.
Nachtrag (3.2.2009): Der Augenschein des Bildes täuscht nicht. Auf der Bio-Strasse war wie schon im vergangenen Jahr wenig Verkehr und schon gar kein Stau. Vielleicht sollte das Thema Bio ganz selbstverständlich und nicht mehr als Trend behandelt werden, wie ich schon vor zwei Jahren schrieb.

Nachtrag 2 (11.2.2009)









