ISM 3. Februar 2009 um 09:00 Uhr

Bio-Spagat auf der ISM

Von Sabine Hedewig-Mohr

Bio-Produkte und Süßwaren – paßt das überhaupt zusammen? Diese Frage stellte sich das Emnid-Institut und befragte Verbraucher und den deutschen Lebensmittelhandel. Die Ergebnisse wurden bei einer Rahmenveranstaltung der ISM präsentiert und diskutiert. Der Handel sagt dazu eindeutig “nein” und listet nur wenige Bio-Süßwaren.

Die Verbraucher hingegen kaufen süße Bioware für 96 Mio. Euro im Jahr. Knapp ein Viertel der Befragten greift immerhin einmal pro Quartal zu biologisch erzeugten Süßigkeiten oder Snacks. Und die Kunden kaufen die Bioware nicht etwa im Fachgeschäft, sondern überwiegend im Supermarkt oder beim  Discounter.

Wer keine Waren aus dieser Produktgruppe kauft, tut dies vor allem, weil ….

er sowieso wenig Süßes kauft (42 Prozent), rund ein Drittel findet Bio-Süßwaren zu teuer oder gibt an, der Geschmack sei vorrangig. Lediglich 17 Prozent der Befragten meinen, Bio und Süßes – das passe nicht zusammen.

Ich hätte gerne Alfred T. Ritter zu dieser Studie befragt, der im vergangenen Jahr auf der ISM und auf der Biofach seine Bio-Quadrate vorstellte. Leider hat die Firma Ritter – offensichtlich recht kurzfristig – die Messe abgesagt.

Dennoch versuchen ettliche Hersteller den Spagat zwischen Bio=gesund=schmeckt nicht und Süßware=Genuss=ungesund zu stemmen wie die Teilnehmerliste der Bio-Strasse zeigt.

Nachtrag (3.2.2009): Der Augenschein des Bildes täuscht nicht. Auf der Bio-Strasse war wie schon im vergangenen Jahr wenig Verkehr und schon gar kein Stau. Vielleicht sollte das Thema Bio ganz selbstverständlich und nicht mehr als Trend behandelt werden, wie ich schon vor zwei Jahren schrieb.

biostrasse

 

 

Nachtrag 2 (11.2.2009)

Die Ergebnisse der oben genannten Studie finden sie hier:
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Ein Kommentar

  1. Erich Margrander

    Sehr geehrte Frau Hedewig-Mohr.

    Schade, Herr Ritter war diesmal nicht in Köln. Was soll er uns also über die ISM sagen? Und gar zum Bio-Angebot?
    Auf der ISM findet der aufmerksame Beobachter seit wenigen Jahren immer mehr Bioqualität. Bio-Süßwaren drängen auf den Markt. Das kann keine noch so harte Ignoranz verhindern und keine noch so schlecht und recht präsentierte Show. Im Süßwarensegment wird es kommen, wie bei allen anderen Warengruppen auch: Sind sie erstmal angeboten, werden schlaue Kaufleute sie listen! Und hat der Kunde die Wahl, wird er viel mehr Bio-Süßwaren kaufen.
    Passt Bio und Süßwaren deshalb nicht zusammen, weil Süßes per se ungesund ist? Was für eine Ansicht! Schlechte, billige Süßwaren sind so ungesund wie chemieverseuchte Karotten. Dass Süß und ungesund heutzutage gleichgestellt sind, liegt nicht am Süßen, vielmehr an der Machart.
    Medien leben von schlechten Nachrichten? Auch das sollte sich als Irrtum herausstellen, so bleibt zu hoffen.

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